Rundbrief

Ausgabe 111 vom 16. Februar 2018

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Inhalt
Phänomenologischer Kalender
Obstbaumschnitt anders
Impressum

Bauern-Wetterregeln für den Februar und März

Wenn die Katze im Februar in der Sonne liegt, im März sie wieder hinter den Ofen kriecht.

Regen im Februar bringt flüssig Dünger fürs Jahr.

Der Februar muss stürmen und blasen, soll das Vieh im Lenze grasen.

Wenn im Februar die Mücken geigen, müssen sie im Märzen schweigen.

Februar-Nacht

Der kalte Mond hat eine Delle.
Die Sterne glimmen trüb und matt.
Die Nacht bringt mich an jene Schwelle,
wo ich das triste Urteil fälle:
Ach Februar, ich hab dich satt.
Mach Platz für Sonnenschein und Blüten!
Die Gärten sollen auferstehn,
das Grün in wildem Wachstum wüten,
die Vögel zwitschern und auch brüten,
ach Februar! Wär das nicht schön?

Hans Retep · geb. 1956

Liebe Freunde der Blumenschule,
die Gärtnerei erwacht aus dem Winterschlaf. Mit Lichtmess (2. Februar) sind die Tage deutlich länger geworden und das spüren nicht nur wir Menschen, sondern auch die Pflanzen. Lustig und faszinierend zugleich ist es, wenn selbst im kalten Gewächshaus die ersten Pflanzen beginnen, neu auszutreiben, also neue Blätter zu bilden. Da liegen die inzwischen vertrockneten, alten Blätter vom Herbst noch auf den Pflanzen, alles erscheint grau und abgestorben, doch dann, plötzlich, schieben sich kraftvoll noch kleine, doch bereits frischgrüne Blätter kraftvoll durch die alte Hülle hindurch. Wunder des Lebens!

Andere Wunder des Lebens sind menschliche Gesundheit bei geistiger Frische bis in hohe Alter. So ist unsere Seniorin Hedwig Engler Ende Dezember 96 Jahre alt geworden und ist dabei noch jeden Tag rührig in Küche und Haushalt unterwegs, trifft sich mit Ihren ebenfalls bereits 90 jährigen Freundinnen in froher Runde. Ein Geheimnis für diese Fitness liege darin, sagt sie, immer tätig zu sein, für etwas verantwortlich sein, für andere da zu sein und an allem Geschehen im Großen wie im Kleinen Anteil zu nehmen.

Wir Blumenschüler nehmen uns das als Vorbild und gestalten die Gärtnerei altersgemäß um. Das ist bereits bekannt, auch leicht gesagt oder geschrieben, und doch nicht einfach getan. So stellt sich heraus, dass die Verkleinerung des Sortiments viel schwieriger ist, wie früher die Erweiterung. Es erfordert ein bedächtiges Abwägen, denn wir haben Sie und Dich, unsere Kunden verwöhnt mit großem Sortiment und einer besonderen Vielfalt. So haben unsere Mitarbeiter entschieden, dass sie Tomaten-, Chili-, Paprika- und Auberginenpflanzen weiterhin verkaufen und versenden wollen. Das geschieht nun allerdings nur noch zum festen Termin und nur dann. Und der Verkauf erfolgt per Shop und Internet, ab Gärtnerei gibt es Verkauf nur noch Samstags von 10 bis 15 Uhr. Bestellungen können täglich vormittags zu den Bürozeiten abgeholt werden.

Puh!! Es ist leichter, täglich in den Garten zu gehen, zu säen, pikkieren oder einzutopfen und die Pflanzen zu pflegen, als sie dann so zu verkaufen, dass alle zufrieden sind.
Und dennoch machen wir das gerne, für uns und für Euch!

Schöne Vorfrühlings-Grüße aus der Blumenschule senden
Rainer Engler und Sabine Friesch mit allen Mitarbeitern.

Phänomenologischer Kalender

Nach dem Phänomenologischen Kalender wird das Jahr in 9 oder 10 Jahreszeiten aufgeteilt. Diese sind:
• Vorfrühling
• Hochfrühling
• Vollfrühling
• Frühsommer
• Hochsommer
• Spätsommer
• Frühherbst
• Vollherbst
• Spätherbst
• Winter.

Wir sind es gewohnt, strickt nach dem Kalender zu planen und zu rechnen, das tut die Natur nicht. Das Zusammenspiel aller Wetterfaktoren ist trotz hightec-Elektronik nicht berechenbar, doch die klugen Pflanzen wissen genau, wann ihre Zeit gekommen ist. Aktuell ist es das Schneeglöckchen, das als Referenz- oder Zeigerpflanze für den Beginn des Vorfrühling steht, zusammen mit dem Winterling und dem Haselnussstrauch. Sie sind die Vorboten, läuten dem Wortsinn nach den Vorfrühling ein. Ihnen schaden weder Frost noch Schnee, selbst wenn sie von diesem umgedrückt werden stehen sie nach kurzer Zeit wieder auf.

Dieser phänomenologische Kalender ist wirklich interessant. Um ihn zu erstellen gibt es verteilt übers Land ehrenamtlich arbeitende Menschen, die die Natur im häuslichen Umfeld genau beobachten und die entsprechenden Daten weiter geben. Damit wird eine Deutschland-Karte erstellt. Durch den Vergleich der Daten über Jahre hinweg zeigt sich, dass der Frühling 2018 um 14 Tage früher kommt. Darauf freuen wir uns.

Die Schneeglöckchen zählen auch zu den Heilpflanzen, was wenig bekannt ist. Aus Ihnen wird ein Geriatrikum hergestellt. Aus seinem Inhaltsstoff Galanthamin kann eine wirksame Alzheimer-Medizin hergestellt werden. Den Völkern des Kaukasus war dies schon seit Jahrhunderten bekannt.

Leidenschaftliche Gärtner gibt es, vor allem in England, die verschiedene Arten und Sorten von Schneeglöckchen sammeln. (Es soll bereits 3000 verschiedene Arten und Sorten geben) Dazu gehen sie auf besondere Pflanzenmärkte schon ganz früh im Jahr, so z.B. in den Luisenpark in Mannheim am 24. und 25. Februar

Obstbaumschnitt anders

Sowohl in den Gartenkalendern wie auch in den „Frauenzeitungen“ eben überall dort, wo jetzt auf Gartenseiten erinnert wird an die jeweils anstehenden Gartenarbeiten, wird jetzt der winterliche Obstbaumschnitt angeraten, oft sogar so, dass es jetzt höchste Zeit dafür wäre. Das ist nicht falsch, das kann man durchaus machen, vor allem wenn jetzt die sonnigen Tage uns hinauslocken in die frische Winterluft.

Die Bäume sind entlaubt wodurch die Zweige gut erkennbar sind, zudem ist der Baum in Winterruhe. Für den Schnitt gibt es mehrere Methoden die sich vom professionellen Obstbau ableiten und darauf abzielen, dass möglichst viel Fruchtholz, damit Blüten am Baum bleiben, gleichzeitig wenige, kräftige Äste, die später die Fruchtlast gut tragen können. Diese Schnitttechniken sind in Fachliteratur oder Internet gut und nachvollziehbar beschrieben.

Solche progressiven Schnitttechniken bewirken einen kräftigen Neuaustrieb. Sie fordern den Baum heraus, was bei schon älteren Bäumen im Hausgarten nicht erwünscht ist, denn die Bäume sollen dort nicht so stark treiben. Denn wenn sie weniger stark treiben bilden sie mehr Fruchtholz, mehr Blüten, tragen mehr Früchte, wenn auch kleinere und sind meist gesünder, bekommen weniger Schädlinge und Krankheiten.

Der beste Schnittzeitpunkt ist im August wenn die Triebe ihr starkes Wachstum schon abgeschlossen haben. Jetzt verschließen sich die Schnittwunden schnell, anstatt weiter zu treiben werden Blütenknospen angesetzt, die vorhandenen Früchte reifen besser aus. Bereits im Juni lassen sich die senkrecht neu wachsenden jungen Triebe ausreißen oder ausknipsen. Das hat den Effekt, dass der jährliche Nachwuchs von diesen Schösslingen weniger wird oder ganz aufhört. Beim Winterschnitt dagegen wird genau dieser starke Austrieb gefördert. Die Triebe werden oft „Wassertriebe“ genannt.

Also, überlegt es gut. Bevor zuviel an den Triebspitzen herumgeschnitten wird, werden nur die Zweige, die wirklich zu dicht stehen herausgenommen. Bitte nichts an den Spitzen schneiden, sondern erst im Sommer, damit der Baum sich beruhigt und gesund entwickelt.

Wir wünschen Euch und Ihnen eine belebende Vorfrühlingszeit
Rainer Engler und Sabine Friesch mit ihren Mitarbeitern

Hinweis:
Unseren blauen Almanach 2 bieten wir z.Zt. für € 6,50 frei Haus an.
Bei Pflanzenbestellung kann er beigelegt werden und kostet dann nur € 5,00
Es lohnt sich also in jedem Fall, schnell zu bestellen.

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